And my soul from out that shadow that lies floating on the floor/ Shall be lifted - nevermore! E. A. Poe
 



And my soul from out that shadow that lies floating on the floor/ Shall be lifted - nevermore! E. A. Poe
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Das Geheimnis des Schmetterlings

Vor vielen Jahren war einmal
Ein Schmetterling, der flog umher,
Er war kaum keine Raupe mehr,
Und freute sich des Lebens sehr,
So schwirrte er durch Berg und Tal.

Die Blumen blühten frühlingsfrisch,
Er saugte dort, nährte sich da,
An ihrer Lebensfülle, ja,
Er trank sich täglich satt, und klar,
Genoss er den gedeckten Tisch.

Voll Kraft und voller Energie
Fröhlich, wie ein kleines Kind
Summte er im Frühlingswind,
Er war für alle Sorgen blind,
Fragte nie nach was noch wie.

Doch eines Tages setzte er
Sich auf eine stolze Rose,
Eine ganz besonders große.
Kaum saß er dort, der Heimatlose,
Fragte sie: "Wo kommst du her?"

"Wo kommst du her, wo willst du hin?
Die Farbe scheint mir unbekannt,
Wer kleidet sich in solch Gewand?"
"Ich kam hierher vom Waldesrand,
Ein Schmetterling ist was ich bin."

"Doch welcher Art bist du und wo
Wohnst du, wo sind deine Brüder?"
Fragte sie voll Neugier, wieder
Sah sie von oben auf ihn nieder.
"Ich weiß es nicht", sang er. "Ach so?

Doch trägst du stolzes Rot auf dir,
Die Farbe meiner Blüte Kleid,
Das zeugt von Mut in dieser Zeit,
Nur du wagst das, ja, weit und breit,
Bist du der letzte Rote hier."

Da fing das Tier zum ersten Mal
Darüber nachzudenken an,
Das Wer, das Wie, das Wo und Wann,
Kam ihm in den Sinn und dann
Sah er sich um in jenem Tal.

Tatsächlich, schien es ihm, flog nur
Er in roter Kleidung rum,
Da fragte er sich plötzlich stumm
Nun auch noch nach dem Warum,
Die Frage blieb bei ihm und stur

Folgte sie ihm hinterher.
Die nächste Blume, veilchenblau,
Fragte er dann "Liebe Frau,
Bitte, denk doch nach und schau,
Woher ich kommen könnte, wer

Meine Farbe sonst noch hat."
"Blau, meinst du? Da kenne ich
Bisher aber nur dich und mich."
Da staunte er und blickte sich
Im Tau an, wo verzerrt und matt

Seine Flügel bläulich strahlten.
Er starrte lang, bis er verschwand
Und glaubte kaum, was er verstand,
Über sich und sein Gewand,
Auf das sich stets die Blumen malten,

Auf denen er gerade saß.
Von nun an wollte er nur noch
Seine Farbe finden, doch
Wann immer er an Blumen roch,
Rosa, gelb - und sogar Gras

Machte ihn grün, nur sah er nie
Wie seine wahre Farbe war,
So suchte er, hier, dort und da,
Überall, ein halbes Jahr,
Bis der Winter nach ihm schrie.

Er flog so weit, wie niemals ein
Schmetterling noch je zuvor,
Es wurde kälter und er fror,
Da flog er einmal durch ein Tor,
In einen bunten Garten rein.

Dort war es warm und hell und still,
Ein Blumenmeer, ein Sommertraum!
Er traute seinen Augen kaum,
Und mittendrin ein Apfelbaum,
Der blühte, wie nur im April.

So dachte er sich: "Alter Greis,
Was willst du mehr als diese weißen
Schönen Blüten? Lass das Reisen."
Um den Baum ein letztes Kreisen,
Dann ward er apfelblütenweiß.

Niemand weiß, bis heute nicht
Ob er dort die Antwort fand,
Doch seit dem Tag war sein Gewand
So weiß wie Schnee, so weiß wie Sand,
So weiß wie reines Sonnenlicht.

5.9.15 20:10
 
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